Ministerpräsident Boris Rhein ehrt das Literaturfestival „Literarischer Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“, das Kultur- und Freizeitzentrum Marburg e. V. und die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik aus Darmstadt mit dem Hessischen Kulturpreis 2026. Die Preisträger erhalten jeweils 15.000 Euro. Der Regierungschef sagte in Wiesbaden: „Der Kulturpreis 2026 geht an drei Institutionen, die mit ihrem Engagement das kulturelle Leben in Hessen bereichern und die Vielfalt unseres Landes prägen. Zum 80. Geburtstag des Landes Hessen möchte die Landesregierung dieses Engagement besonders würdigen. Kultur, Literatur und Musik unterhalten nicht nur, sondern eröffnen neue Perspektiven und geben wichtige Impulse für die Zukunft unseres Landes.“ Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels überreicht die Preise am 22. November im Kultur- und Freizeitzentrum Marburg.
Erster Preisträger: Kultur- und Freizeitzentrums Marburg e. V.
Die Arbeit des Kultur- und Freizeitzentrums Marburg e. V. würdigte Rhein mit den Worten: „Das Kultur- und Freizeitzentrum Marburg hat sich von seinen provisorischen Anfängen zu einem etablierten soziokulturellen Zentrum in Mittelhessen entwickelt. Mit mehr als 300 Veranstaltungen aus Musik, Theater, Literatur und Kleinkunst sowie rund 60.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich ist das Kultur- und Freizeitzentrum ein wichtiger Ort für kulturelle Vielfalt, gesellschaftlichen Dialog und gelebte Demokratie.“ Zugleich zeige das Kultur- und Freizeitzentrum mit seinem strukturell verankerten Engagement, wie Kultur und Klimaschutz zusammen funktionierten. „Es steht beispielhaft für eine Kulturarbeit, die Menschen zusammenbringt, Teilhabe ermöglicht und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Das Kultur- und Freizeitzentrum ist ein Ort gelebter Demokratie und des Dialogs, der Prävention und Partizipation, des Mitmachens und Mitgestaltens.“
Zweiter Preisträger: Literaturfestival „Literarischer Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“
Minister Gremmels bezeichnete den zweiten Preisträger, das Literaturfestival „Literarischer Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“, als „bedeutendstes Literatur-Festival in Nordhessen“. Das im Jahr 2012 aus Anlass des 200. Jahrestages der Herausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm erstmals veranstaltete Festival bietet ein vielseitiges Literaturprogramm. Im Jahr 2026 umfasst es an zehn Tagen mehr als 20 Veranstaltungen, darunter Lesungen, Buchpräsentationen und Diskussionen. Dabei stellen renommierte Autorinnen und Autoren ihre neuen Bücher vor. Zu den Besonderheiten des Festivals gehören Lese-Dinner und literarische Kutschfahrten sowie Revuen zu aktuellen Themen. Veranstaltet wird der „Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ seit 2012 von drei Hotels im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Journalistin Christiane Kohl leitet das Festival, der Journalist Klaus Brill verantwortet das Programm. Gemeinsam haben sie das Literaturfestival maßgeblich geprägt. Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels sagte: „Der Literarische Frühling bietet niedrigschwelligen Zugang zu qualitativ hochwertigen Kulturveranstaltungen. Diese Idee hat mich bei meinem Besuch dort begeistert und ist auch ein Anliegen, das die Landesregierung unterstützt. Der Literarische Frühling bereichert das kulturelle Leben in Nordhessen und zeigt, wie Literatur Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Geschichten zusammenbringt. Diese verbindende Kraft von Kunst und Kultur ist in einer Zeit, in der Polarisierung und Spaltung zunehmen, wichtiger denn je.“
Dritter Preisträger: Internationalen Ferienkurse für Neue Musik
Der dritte Preisträger sind die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik aus Darmstadt. Sie werden alle zwei Jahre vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt veranstaltet und gelten als international bedeutende Plattform für zeitgenössische und experimentelle Musik. Die 1946 gegründeten Ferienkurse waren nach dem Zweiten Weltkrieg das erste funktionierende Forum für zeitgenössische Musik in Deutschland. Ministerpräsident Rhein sagte: „Die Darmstädter Ferienkurse bringen seit jeher herausragende musikalische und ästhetische Positionen zusammen. Sie stehen für Aufführungen und Diskurse auf höchstem Niveau, internationale Vernetzung und inspirierende Begegnungen für Teilnehmende und Gäste.“ Darüber hinaus stärkten sie demokratische Werte, die Freiheit der Kunst und Meinungsäußerung sowie gesellschaftliche Teilhabe.
Hintergrund
Der Hessische Kulturpreis wird seit 1982 für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben. Dem Kuratorium gehören neben Ministerpräsident Rhein und Kunst- und Kulturminister Gremmels neun weitere Personen aus Kunst, Kultur und Bildung an.